„Der Steuerzahler darf nicht der Dumme sein“. Mit diesen prägnanten Worten leitet Finanzminister Pröll seine Budgetrede Ende November ein und zeigt auf, wie er Österreich aus der Schuldenfalle führen will. Sein Rezept: höhere Steuern für Treibstoff, Tabak, Banken und Aktien sowie Kürzungen bei Familien und Pflege. Freilich nicht in dem Ausmaß wie ursprünglich beschlossen, sondern in der light-Version.
Noch haben Sie Gelegenheit auf einige dieser Einsparungen zu reagieren indem Sie bestimmte Maßnahmen vorziehen bzw. ins neue Jahr verschieben. Denn auch Ihr privates Budget gilt es zu sanieren.
Spekulanten im Abseits
Als Spekulant hatte man es – bisher – gut. Wenn Sie ein Wertpapier erwerben, müssen Sie es nach derzeitiger Rechtslage nur ein Jahr halten. Ab dann, gilt Ihr Gewinn aus dem Verkauf von Aktien oder sonstigen Wertpapieren als steuerfrei. Damit soll ab nächstem Jahr nun Schluss sein. Vom Verkaufsgewinn aller Wertpapiere, die Sie ab dem nächsten Jahr erwerben, zahlen Sie 25% Kapitalertragsteuer, die gleich direkt von der Bank an das Finanzamt abgeführt werden.
Diese Steuerlast lässt sich nur durch Fehlinvestitionen schmälern: Wenn Sie Verluste beim Verkauf einiger Papiere erleiden, können Sie diese gegen Verkaufsgewinne aus anderen Wertpapieren gegenrechnen – aber eben auch nur gegen diese, denn die Verrechnung mit anderen Einkünften (wie etwa den Einkünften aus Ihrer Ordination) ist nicht möglich. Ebenso aussichtslos ist ein Verlustvortrag auf ein späteres Wirtschaftsjahr.
Wenn Sie eine Affinität zu Aktien, Anleihen und Fonds haben und das ab 2011 geltende steuerliche Ungemach vermeiden wollen, sollten Sie heuer noch zuschlagen. Denn Kapitalanlagen, die Sie vor dem 31.12.2010 anschaffen, können auch weiterhin nach einem Jahr steuerfrei verkauft werden. Günstiger wird’s nicht mehr.
Kredite bitte warten
Die Pläne zur Budgetsanierung beinhalten jedoch nicht nur Hiobsbotschaften. Denn mit 2011 wird auch das Ende einer lästigen Last eingeläutet, der Kreditvertragsgebühr in Höhe von 0,8%. Mit dem Aus für diese Gebühr wollte die Regierung die Banken über die Einführung der Bankenabgabe hinwegtrösten.
Wenn Sie also ein Darlehen oder einen Kredit aufnehmen wollen, dann warten Sie damit zu. Ab dem 1.1.2011 ersparen Sie sich dadurch ganze 0,8 bis 1,5 Prozent der aufgenommenen Summe an Kredit- und Darlehensgebühr.
Autofahrer ausgebremst
Dass die Autofahrer verstärkt zur Kasse gebeten werden, war für viele so sicher wie das Amen im Gebet. Die Steuerkeule schlägt bei dieser Gruppe gleich doppelt zu: zum einen verteuern sich die Preise für Benzin und Diesel um jeweils 5 bzw. 4 Cent pro Liter. Zum anderen müssen alle, die sich einen PS-starken Neuwagen anschaffen wollen, mehr NoVA (Normverbrauchsabgabe) zahlen.
Als leidgeprüften Autofahrer kann man Ihnen nur raten, heuer noch vollzutanken. Und wenn Sie schon längere Zeit von einem Wagen träumen, der zufälligerweise einen Schadstoffausstoß von mehr als 180 Gramm CO2 hat, dann sollten Sie sich diesen zu Weihnachten gönnen. Denn ab nächstem Jahr verteuert sich diese Anschaffung empfindlich.
Nachkauf von Studienzeiten
Als empfehlenswert kann sich auch der Nachkauf von Studienzeiten erweisen. Der Grund liegt darin, dass sich erstens die Nachkaufzeiten ab nächstem Jahr massiv – konkret das Dreifache! - verteuern und zweites die Kosten voll als Sonderausgaben – und zwar unabhängig vom Einkommen und zusätzlich zum „Sonderausgabentopf“ – absetzbar sind.
Während Sie also in bestimmten Bereichen – zumindest temporär - gegensteuern können, müssen Sie andere Neuerungen wie etwa die Streichung der Familienbeihilfe für Ihre Kinder ab 24 ab Juli 2011 notgedrungen zur Kenntnis nehmen. Weitere Änderungen bei Familien umfassen:
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die 13. Familienbeihilfe in Höhe eines Fixbetrages von € 100 nur noch für 6-15jährige
- Reduktion des Mehrkindzuschlages auf € 20 (von derzeit € 36,40 für jedes Kind ab dem dritten)
- Streichung des Alleinverdienerabsetzbetrages (Ausnahme: Pensionisten-Ehepaare, deren Bezüge unter des Mindestpension liegen)
Nutzen Sie also gerade in Anbetracht der Einsparungen die Einsparungsmaßnahmen bis Jahresende!