29.03.2018 Betriebliche Mitarbeitervorsorge

Fragen rund um die Mitarbeitervorsorge: Wer zahlt ein? Wer zahlt aus? Wer ist anspruchsberechtigt? 

Was ist die betriebliche Vorsorgekasse?
Für echte und freie Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis ab dem 1.1.2003 begonnen hat, gilt das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbstständigenvorsorgegesetz.
Die Finanzierung der Abfertigung NEU wird durch ein beitragsorientiertes Kassenmodell gesichert. Die Abfertigungsbeiträge werden an sogenannte betriebliche Vorsorgekassen (BV) ausgelagert.
Jedes Unternehmen hat einen Beitrittsvertrag mit einer BV-Kasse abzuschließen. Für jeden Arbeitnehmer wird ein Konto geführt, welches als Grundlage für die Berechnung der Abfertigung herangezogen wird.

Wie hoch ist die Abfertigung?
Ab dem 2. Monat eines Dienstverhältnisses führt der Arbeitgeber monatlich 1,53% des Bruttoentgelts mit dem Sozialversicherungsbeitrag an die Krankenkasse ab, welche den Betrag an die Abfertigungskasse weiterleitet.

Die Höhe der Abfertigung ist die Summe der einbezahlten Beiträge. Der von der Abfertigungskasse ausbezahlte Betrag wird mit 6% besteuert. 

Die Abfertigungsbeiträge sind vom Arbeitgeber auch zu entrichten während:

  • Präsenz-, Zivildienst
  • Mutterschutz und Krankenstand
  • Altersteilzeit, Teilpension, Bildungsteilzeit
  • Wiedereingliederungsteilzeit

 

Wann besteht Anspruch auf Auszahlung auf Abfertigung?
Der Anspruch auf Auszahlung der Abfertigung besteht grundsätzlich bei bestimmten Beendigungen des Arbeitsverhältnisses und richtet sich gegen die Vorsorgekasse. Anspruchsberechtigt ist immer der Arbeitnehmer.

Jedenfalls besteht ein Anspruch bei:

  • Inanspruchnahme einer Eigenpension aus der gesetzlichen Pensionsversicherung
  • nach Vollendung des Anfallalters für die vorzeitige Alterspension oder nach Vollendung des 62. Lebensjahres

Nach 3 Einzahlungsjahren besteht ein Anspruch bei:

  • Arbeitgeberkündigung
  • unverschuldeter oder ungerechtfertigter Entlassung
  • berechtigtem vorzeitigen Austritt des Arbeitnehmers
  • einvernehmlicher Auflösung
  • Tod
  • Beendigung durch Zeitablauf

Kein Verfügungsanspruch besteht bei:

  • Arbeitnehmerkündigung
  • Austritt ohne wichtigen Grund
  • Verschulden des Arbeitnehmers an der Entlassung
  • Nichtvorliegen von 3 Einzahlungsjahren

Welche Verfügungsmöglichkeiten bestehen?

  • Auszahlung der Abfertigung
  • Weiterveranlagung der Abfertigung in der bisherigen BV-Kasse
  • Übertragung der Abfertigung in die BV-Kasse des neuen Arbeitgebers
  • Überweisung der Abfertigung in eine Altersvorsorgeeinrichtung (z.B. Pensionskasse)

Geht die Abfertigung bei Beendigung des Dienstverhältnisses verloren?
Bei allen Arten der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses geht das angesparte Kapital nicht verloren. Es bleibt unabhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses erhalten.

Wird die Abfertigung automatisch ausbezahlt?
Nein, die gewünschte Verfügungsmöglichkeit ist der BV-Kasse binnen 6 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bekannt zu geben.

Sie haben Fragen dazu oder zu ähnlichen Themen? Wir sind gerne für Sie da!  welcome@huebner.at 

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