26.04.2018 Das Jobticket – steuerbegünstigte „Öffitickets“

Vorteil für Arbeitgeber und Arbeitnehmer – Was ist zu beachten?

Werkverkehr mit Massenbeförderungsmitteln liegt vor, wenn der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer ausschließlich auf der Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit einem öffentlichen Verkehrsmittel befördern lässt.
Wenn vom Träger der öffentlichen Verkehrsmittel keine Streckenkarte angeboten wird, darf anstelle der Streckenkarte eine Netzkarte zur Verfügung gestellt werden. In Wien gibt es z.B. keine Streckenkarte, weshalb eine Netzkarte (Jahreskarte/Monatskarte) für die Steuerfreiheit nicht schädlich ist.

Arbeitnehmer haben keinen automatischen Anspruch auf ein Jobticket.
Es ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Sie kann aber auch in Kollektivverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Arbeitsverträgen festgehalten werden.
Steuerfreiheit ist auch dann gegeben, wenn das Jobticket nicht allen oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern zur Verfügung gestellt wird.

Die Rechnung muss auf den Arbeitgeber lauten und hat den Namen des Arbeitnehmers zu beinhalten. Es darf nicht übertragbar sein.

Der Arbeitgeber darf die Kosten für Fahrtausweise nicht ersetzen, da dies steuerpflichtiger Arbeitslohn wäre.

Bsp.: Ein Arbeitnehmer besitzt eine Jahreskarte für die Strecke Wohnung - Arbeitsstätte und erhält monatlich 20 Euro Kostenersatz durch den Arbeitgeber.
Dieser Kostenersatz stellt steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.

 
Leistet der Arbeitnehmer Kostenbeiträge, sind diese als Werbungskosten abzugsfähig, jedoch nur bis maximal zur Höhe des infrage kommenden Pendlerpauschales.
 
Bsp.: Stünde dem Arbeitnehmer das kleine Pendlerpauschale von EUR 1.356 zu, kann er seine Kostenbeiträge, die er monatlich an den Arbeitgeber leistet (z.B. 40 Euro x 12), als Werbungskosten absetzen, da dieser Betrag in der fiktiven Pendlerpauschale von EUR 1.356 Deckelung findet.

Damit das Jobticket steuerfrei gewährt werden kann, darf es sich um keine Gehaltsumwandlung handeln.

Das Jobticket kann auch anstelle des bisher gezahlten steuerpflichtigen Arbeitslohns oder der Gehaltserhöhungen, auf die ein arbeitsrechtlicher Anspruch besteht, geleistet werden – Es liegt dann jedoch eine Bezugsumwandlung und somit steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.

Der Bezug des Jobtickets ist im Lohnkonto sowie im Lohnzettel  im jeweiligen Kalendermonat einzutragen.

Bei Beendigung des Dienstverhältnisses (bzw. bei Karenzierung) vor Ablauf der Gültigkeit der Streckenkarte hat der Arbeitnehmer das Jobticket dem Arbeitgeber zurückzugeben. Andernfalls kann der noch verbleibende Wert für nicht genutzte Monate als steuerpflichtiger Sachbezug angesetzt werden.

Sie haben Fragen dazu oder zu ähnlichen Themen? Wir sind gerne für Sie da!  welcome@huebner.at 

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